EVA Quartett (Bulgarien)
Eröffnungskonzert des "Intern. Malgartener Vokalherbstes"
Ende der 80er Jahre ging ein Staunen durch die Musikwelt: "Le Mystère des Voix Bulgares", der Frauenchor des staatlichen bulgarischen Fernsehens, veröffentlichte mehrere Alben, die den Musikfreunden im "Westen" eine bis dato gänzlich unbekannte Vokalmusik auf atemberaubenden Niveau präsentierte. Insofern war es nicht weiter erstaunlich, dass diese Veröffentlichungen mit zahlreichen Auszeichnungen versehen wurden.
Aus dem Frauenchor formierte sich das EVA Quartett: Das atemberaubende Niveau des Chores bleibt, hinzu kommt aber eine Direktheit und Dichte der Vokalmusik, die sich nur im kleinen Ensemble einstellen kann. (Wie bewegend Frauenensembles sein können, konnte das Berliner Frauenquartett Niniwe bereits zweimal in Malgarten unter Beweis stellen.)
Wir freuen uns sehr, den "Internationalen Malgartener Vokalherbst 2010" mit diesem außergewöhnlichen Ensemble eröffnen zu können. Vom Niveau des Ensembles zeugen unter anderem die mehrmalige (!) Einladung zum Leipziger A Cappella Festival, zum Stimmfestival nach Lörrach.
Evelina Dobraceva & Sonic.Art Saxophonquartett
Zweites Konzert des "Intern. Malgartener Vokalherbstes"
Das Sonic.Art Saxophonquartett hat uns bei seinem ersten Gastspiel in Malgarten derart begeistert, dass für uns schnell klar war: "Die wollen wir wieder haben!" Anlässlich des "Vokalherbstes" steht die Sopranistin Evelina Dobraceva im Vordergrund, die Deutschland beim Wettbewerb "BBC Singer of the World" 2007 in Cardiff erfolgreich vertrat. Im Rahmen dieses Konzertes begegnet uns in dieser Spielzeit zum ersten Mal John Dowland (neben Claudio Monteverdi, Antonio Vivaldi und anderen Komponisten aus Renaissance und Barock). Zu hören sein werden aber auch Werke von Michael Nyman, Erkki-Sven Tüür oder György Ligeti. Unser Publikum darf sich folglich auf einen ungemein spannenden musikalischen Mix freuen!
Das Ensemble hat sich innerhalb kürzester Zeit den Ruf eines hervorragenden jungen Kammermusikensembles verschafft. Seit seiner Gründung im Jahr 2005 wurde das Quartett bereits vielfach mit nationalen wie internationalen Preisen ausgezeichnet. Erst in diesem Jahr gewannen die Musiker den Intern. Kammermusikwettbewerb im holländischen Almere, in 2008 erhielten sie den Preis des Deutschen Musikwettbewerbs, den 1. Preis
beim 18. Intern. Kammermusikwettbewerb Thessaloniki/Griechenland 2008, den 1. Preis sowie den Grand Prix des intern. Kammermusikwettbewerbs für zeitgenössische Musik Krakau (ehem. Penderecki-Wettbewerb) 2007 und im selben Jahr den 3. Preis beim Intern. Kammermusikwettbewerb London. Des Weiteren ist das sonic.art Quartett Stipendiat der Gotthard-Schierse Stiftung Berlin, der Deutschen Stiftung Musikleben, der Friedrich-Jürgen-Sellheim-Gesellschaft/Hannover und der Celibidache Stiftung.
Tourneen führten das Quartett bereits durch verschiedene Länder Europas sowie Asiens. So ist das Ensemble auf renommierten Festivals wie den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Schleswig-Holstein Musik Festival und dem Cambridge Summer Music Festival zu Gast. In diesem Frühsommer treten die Musiker beim Northern Aldeborough Festival (England), im Concertgebouw Amsterdam, beim MDR Musiksommer, im Berliner Konzerthaus und beim Martha Argerich Festival in Lugano (Schweiz) auf.
Neben ihrer kammermusikalischen und solistischen Tätigkeit konzertieren die Quartettmitglieder regelmäßig in Orchestern, in Theater- und Operninszenierungen – u. a. bei den Berliner Philharmonikern, dem Deutschen Sinfonie Orchester Berlin, der Komischen Oper und dem Konzerthausorchester Berlin und dem Ensemble Modern.
Vocado (Schweden): From Smaland to Birdland
Drittes Konzert des "Intern. Malgartener Vokalherbstes"
Das schwedische Vokalsextett Vocado wurde 2004 gegründet und hat sich seitdem zu einem der vielversprechendsten jungen Vokalensembles Europas entwickelt. Bei ihren Auftritten bezaubern sie mit ihrem schwebenden, innigen Wohlklang, verblüffenden eigenen Songs und ihren fantastischen Stimmen. Die Besetzung eröffnet der Gruppe ein breites Spektrum musikalischer Möglichkeiten. So reicht das Repertoire des Sextetts von klassischer Literatur über romantische weltliche Musik bis hin zu Jazz- und Popsongs. Ein Schwerpunkt liegt auf traditioneller schwedischer Musik. Das Ensemble arrangiert die überwiegende Anzahl der Werke selbst. Zunehmend sind außerdem Eigenkompositionen mit großem Erfolg fester Bestandteil der Konzerte.
Beim "Internationalen A-cappella-Wettbewerb 2008" im Rahmen des A-cappella-Festivals Leipzig wurde Vocado von einer hochkarätigen Jury der 1. Preis verliehen, verbunden mit einem Preisträgerkonzert 2009. Außerdem gewann das Ensemble einen Sonderpreis in Form einer Einladung zum renommierten Vaasa Chorfestival in Finnland im Mai 2009.
Der Konzertsommer 2010 war üppig gefüllt für das Ensemble: So war Vocado u. a. zu hören beim Rheingau Musikfestival, beim MDR Musiksommer, bei der der Intern. A-cappella-Woche Hannover, beim Stimmenfestival Ettiswil (Schweiz), beim Kultursommer Rheinland-Pfalz sowie beim Kultursommer Nordhessen.
Dorothee Mields, Hille Perl & Sirius Viols
Lieder von John Dowland
Viertes Konzert des "Intern. Malgartener Vokalherbstes"
Sirius Viols – seit 2003 versammeln sich unter diesem Namen um die charismatische Musikerin Hille Perl und ihren Duo-Partner Lee Santana eine handvoll Gambisten, die zauberhaft miteinander harmonieren. Im Jahr 2008 nahmen sie zusammen mit der Sopranistin Dorothee Mields Lieder von John Dowland auf - ein Projekt, das für Furore sorgte. "Dowlands Musik atmet eine einzigartige Zeitlosigkeit. Es scheint unmöglich, von dieser Musik nicht zutiefst berührt zu werden." Aus dieser Aussage spricht die lange Beziehung der Gambistin Hille Perl zu der Musik des englischen Komponisten John Dowland. Der 1563 geborene Dowland war zu Lebzeiten ein nicht nur in Europa gefeierter Lautenist. Einem größeren Publikum sind seine Lieder spätestens durch Stings CD-Projekt (2006) bekannt geworden, über dessen Qualität man sicherlich geteilter Meinung sein kann.
Anders bei Mields und Perl: Euphorie und Bestnoten aller Orten. So urteilte der "Tagesspiegel" : "Melancholie in vollendeter Schönheit: Eine CD wie das farbige Laub der Herbstbäume, durch das man leise raschelnd seine Lebensbahn zieht. Das ultimative Dowland-Album." Die "Zeit" schrieb: "Tatsächlich ist es kein Vergleich, wenn sich die Gambistin Hille Perl in die Dowland-Melancholie vertieft und Dorothee Mields den schlicht-abgründigen Liedern mit ihrem silberfadenfeinen Sopran nachspürt. Vergesst Sting." In der "Welt" war zu lesen: „Sting hat es eher laienhaft vorgemacht. (...) Die großartige Gambistin Hille Perl samt dem makellosen Consort Sirius Viols, der Lautenist Lee Santana und die Sängerin Dorothee Mields führen den großen Renaissance-Komponisten so auf, wie es sich gehört.“ Die CD landete prompt auf der Bestenliste des Preises der Deutschen Schallplattenkritik.
Dorothee Mields gab im Jahr 2007 ihr Debut bei den Salzburger Festspielen, wurde vom Thomanerchor und vom RIAS Kammerchor als Solistin engagiert und konzertierte mit dem Orchestra of the 18th Century unter Frans Brüggen (um nur einige zu nennen). Das Magazin "Rondo" schwärmt in höchsten Tönen: „Beglückend, bezaubernd, verführerisch der schlechthin schwerelose Gesang von Dorothee Mields!"
Calmus Ensemble - Adventskonzert
Abschlusskonzert des "Intern. Malgartener Vokalherbstes"
"Kaum ein anderes Ensemble, zumindest in Deutschland, mischt sich so homogen wie Calmus, und die Intonation ist lupenrein. Davon profitieren nicht zuletzt die A-Cappella-Stücke, in denen jeder harmonische Schritt, jeder Tonwechsel genau bemessen ist." (NDR-Kultur, CD-Tipp) / "Es gibt Konzerte, da fehlen einem die Worte für das Erlebte. Die üblichen Adjektive scheinen zu plakativ, das Lob wirkt pathetisch anmaßend und abgedroschen. So bleibt neben einer Gänsehaut manchmal nur der Ausdruck 'unbeschreiblich' übrig." (Mainpost) / Stimmen wie aus Samt und Seide. Auf dem Gebiet des A-cappella-Gesangs sind sie auf musikalischer Höchststufe bislang unerreicht. (Südkurier) / "Man mag sich gar nicht genug satt hören an diesem transparenten, herrlich homogenen Klang, an der bestechenden Artikulation, der flexiblen Phrasierung, dynamischen Bandbreite und den klangfarblichen Stimmmodellierungen, die das eingespielte Repertoire erfordert." (klassik.com)
Was kann man diesen Zitaten der Fachpresse noch hinzufügen? Vielleicht, dass das Calmus Ensemble im letzten Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiern konnten. Vielleicht auch, dass sie im selben Jahr in der Kategorie "Klassik ohne Grenzen" einen ECHO Klassik für ihre CD mit deutschen Volksliedern erhielten. Die geografischen Wurzeln des Ensembles liegen in der Bachstadt Leipzig. Der Anspruch an musikalisches Niveau und künstlerische Qualität, der daraus erwächst, wird von dem Quintett par exzellence eingelöst.
Erleben Sie folglich eines der besten deutschen Vokalensembles in unserem schon traditionellen Adventskonzert, in dessen Mittelpunkt adventliche Vokalmusik von Michael Praetorius, Johannes Brahms, Hugo Distler, Felix Mendelssohn Bartholdy u. a. steht.
Wir empfehlen dringend, sich Karten im Vorverkauf zu sichern!
Tanja Becker-Bender (Violine) & Roland Krüger (Klavier)
Sonaten von Bach, Beethoven und Respighi
Wir waren selbst erstaunt darüber, dass wir in mehr als fünf Jahren "Malgartener Klosterkonzerten" nicht ein Konzert für Violine und Klavier im Programm hatten. Dabei bietet doch das Repertoire eine Vielzahl an äußerst attraktiven Werken für diese Instrumentenkombination und nicht nur die großen Komponisten haben für Violine und Klavier Literatur kreiert.
Um so mehr freut es uns, dass wir für das erste Konzert dieser Gattung eine Künstlerin ersten Ranges für ein Konzert in Malgarten verpflichten konnten. Tanja Becker-Bender ist insofern eine Ausnahmeerscheinung, als dass die jüngere Generation der Geigenvirtuosen mehrheitlich osteuropäischer und asiatischer Herkunft sind. Tanja Becker-Bender tritt eher leise im Musikbusiness auf und jagt nicht von Festival zu Festival, von Konzert zu Konzert. Das macht sie nicht nur als Musikerin ehrlicher, sondern auch als Mensch sympathischer. Vor einigen Jahren schon spielte sie in Osnabrücker in der Reihe der Meisterkonzerte. Nunmehr scheint uns ihre Musik reifer, reflektierter und auf Grund langjähriger Konzert- und Unterrichtstätigkeit erfahrener, ohne jemals langweilig zu wirken.
Zu welchen musikalischen Höchstleistungen die Hamburger Professorin in der Lage ist, stellte sie mit ihrer letzten, umjubelten CD-Veröffentlichung (Paganini, 24 Capricci für Violine solo) unter Beweis: Im britischen Fachblatt "Gramophone" war diese CD "Editor's Choice" der Mai 2009-Ausgabe, im Deutschlandradio hieß es: "Nicht nur musikalisch, sondern auch aufnahmetechnisch ein Genuss", die FAZ schrieb: "Mit ihrem neuen Album greift sie sogleich zum Höchsten, was virtuose Geigenkunst zu bieten hat: den „24 Capricci“ von Niccolo Paganini. Tanja Becker-Bender bewältigt die enormen Schwierigkeiten des Werks mit einer ruhigen Souveränität scheinbar mühelos" und das deutsche Fachblatt FonoForum bewertet die Aufnahme mit maximal fünf möglichen Sternen.
Begleitet wird sie bei ihrem Malgartener Konzert von Roland Krüger. Als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes gewann er 1999 den Wartburg-Wettbewerb in Eisenach, und im Jahr 2001 wurde Roland Krügers internationaler Rang beim renommierten Genfer Musikwettbewerb „Concours de Genève“ mit dem zuvor elf Jahre lang nicht vergebenen 1. Preis der Jury im Fach Klavier sowie mit dem Publikumspreis endgültig bestätigt. Der Professor der Musikhochschule Hannover ist außerdem gern gesehener Gast bei internationalen Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Rheingau Musik Festival, dem Klassik Musikfest Mühlviertel, den Brühler Schlosskonzerten, dem Festival di Ravello oder auch dem Festival de la Habana in Kuba.
delian::quartett & Wolfram Christ (Bratsche)
Kammermusik vom Allerfeinsten
Joseph Haydn (1732-1809): Streichquartett G-Dur op. 33
Wolfgang A. Mozart (1756-1791): Streichquintett C-Dur KV 515
Johannes Brahms (1833-1897): Streichquintett Nr. 1 F-Dur op. 88
Man stelle sich folgendes vor: Ein Streichquartett wird mit Superlativen und Euphorie angekündigt. Entsprechend hoch sind die Erwartungen von Veranstalter und Publikum. Letzteres folgt der Konzertankündigung derart zahlreich, dass der Konzertort bis auf den allerletzten Platz gefüllt ist.
So geschehen beim ersten Konzert des delian::quartetts im Februar 2009 in Malgarten. Enttäuscht wurde an diesem Vormittag keiner, statt dessen erlebten die Zuhörer eine Sternstunde der Kammermusik ob des engagierten, fein dosierten und bestens abgestimmten Miteinanders des Ensembles.
Das darf man auch beim Konzert des Streichquartetts im März 2011 erwarten, in dessen Rahmen Kammermusik vom Feinsten erklingen wird. Wie immer kommen die vier Musiker nicht alleine, sondern bringen für die beiden Streichquintette "Verstärkung" mit: diesmal mit Wolfram Christ einen der großen deutschen Bratschisten. Wolfram Christ war über 20 Jahre lang Solobratschist der Berliner Philharmoniker und hat unter den wirklich großen Dirigenten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gespielt. Seit 2003 wirkt er als Professor an der Freiburger Musikhochschule, ist aber nachwievor gerne gesehener solistischer Gast auf den renommiertesten Musikpodien.
Nicolas Altstaedt (Cello) & Jose Gallardo (Klavier)
Er ist noch keine 30 Jahre alt, aber angesichts dessen, was seinen jüngsten musikalischen Werdegang auszeichnet, muss man kein großer Prophet sein, um es auf den Punkt zu bringen: Hier kündigt sich Großes, ja sogar sehr Großes an.
Nicolas Altstaedt war einer der letzten Schüler von Boris Pergamenschikow. Das wirkt nach, und so gerät die Kritik ins Schwärmen: "Da wagt es ein junger (...) Cellist, zum Haydn-Jahr die beiden Konzerte des Jubilars neu einzuspielen - und gewinnt auf ganzer Linie! Den Namen Nicolas Altstaedt wird man sich merken müssen." - Bayern 4 Klassik; "Altstaedts Espressivo veredelt jede Note." - FAZ; "Die Haydnschen Botschaften kommen mit einer Begeisterung, mit einer Plastizität im Detail über die imaginäre Bühne, wie ich sie in dieser Fülle des musikantisch Erfassten bisher nicht erlebt habe." - Peter Cossé; "Dort, wo andere Cellisten nur auf Schönklang setzen, antwortet Altstaedt mit einer weitgefächerten Ausdruckspalette und dort, wo andere auf reine Virtuosität setzen, bringt Altstaedt Spass und Spannung mit ins Spiel." - Alain Steffen.
Allein seit Jahresbeginn 2010 wurde er u. a. zum Würzburger Mozartfest, zum Rheingau Musik Festival, zum Moritzburg und zum Lucerne Festival, zum Kunstfest Weimar sowie von Gidon Kremer nach Lockenhaus eingeladen. Im September 2010 gibt er sein Debut mit den Wiener Philharmonikern unter Gustavo Dudamel in Lucerne und im Oktober mit dem RSO Stuttgart. Anlässlich des erstmals vergebenen Nachwuchspreises der Kulturstiftung Dortmund heißt es: "Seine expressive Spielweise und sein unvoreingenommener Umgang mit den Werken der Klassik sowie der Moderne stehen für eine neue, richtungsweisende Generation junger, hochtalentierter Musiker. Altstaedt ist hier führend und genießt schon früh Achtung und hohe Anerkennung in der Musikszene. Er ist mehrfach mit internationalen Preisen, unter anderem dem Borletti Buitoni Fellowship 2009 sowie dem Credit Suisse Young Artist Award 2010, ausgezeichnet worden."
Concerto Romano / Leitung: Alessandro Quarta
Geistl. Musik um 1600 für die römische Kirche Santa Maria in Vallicella
Ein absolutes Highlight für Freunde alter Musik. Direkt aus Rom zu uns kommen die 13 Musiker des instrumental-vokalen Ensembles Concerto Romano. Sie waren die Publikumssensation bei den letztjährigen "Tagen alter Musik" in Herne. So schrieb der "Kölner Stadtanzeiger": "Das Ensemble Concerto Romano hat diese wahrhaft hinreißende, im Volkstümlichen wurzelnde Musik ausgegraben und war mit seinem fulminanten Auftritt die Entdeckung des Festivals." Ein Besucher des Festivals schrieb: „Ein Konzert möchte ich besonders herausheben: Kreuzkirche mit dem Concerto Romano. So viel Sangesfreude habe wir selten erlebt.“ Doch um was genau geht es eigentlich?
Als erste neuzeitliche ›Kirche von unten‹ könnte man die Bewegung der Oratorianer umschreiben, jene basisdemokratische Gemeinschaft von Laien und Priestern um den Heiligen Filippo Neri, die eine Verbreitung neuer seelsorgerischer Methoden zur Förderung der Volksfrömmigkeit anstrebte. Ihr geistliches Zentrum war die Kirche Santa Maria in Vallicella in Rom, bis heute Chiesa Nuova, neue Kirche genannt. 1575 in einem übervölkerten, von Armut, Kriminalität und geistiger Verwahrlosung gezeichneten Viertel nahe dem Tiber erbaut, sollte sie einfachen Menschen jeden Alters moralisch-spirituelle Betreuung und Erbauung bieten. Wichtigstes Seelsorge-Instrument war dabei die Musik. Dabei ignorierte man Verordnungen von höchster Stelle und ließ im Gottesdienst Instrumente und ›verbotene‹ weltliche Rhythmen erklingen. Ebenso sangen Frauen öffentlich im Kirchenraum, und in der Wortwahl war man mitunter recht drastisch. Kaum ein in Rom ansässiger oder durchreisender Musiker verzichtete darauf, für Santa Maria in Vallicella zu komponieren und sich dabei den dortigen ›Bedürfnissen‹ anzupassen, wie das immense Archiv der Chiesa Nuova bis heute bezeugt. Das junge römische Ensemble entführt in eine archaisch-sinnliche Zeit und an einen ganz besonderen Ort geistlicher Musikpflege.
2006 begann CONCERTO ROMANO eine regelmäßige Konzerttätigkeit als vokales und instrumentales Spezialensemble für Alte Musik unter der Leitung von Alessandro Quarta und realisierte diverse moderne Erstaufführungen in Italien. 2009 gab CONCERTO ROMANO bei den Tagen Alter Musik in Herne des WDR sein furioses Deutschlanddebüt. Für 2010/2011 sind mehrere Konzerte in Deutschland (u. a. beim Rheingau Musikfestival) und in Österreich (Wien, Konzerthaus) vorgesehen.










